Die Methode · Teil 5 von 10

Sichtbar werden: erst testen, dann ausbauen

Ein Angebot, das niemand findet, existiert für den Markt nicht. Das ist banal. Weniger banal ist, wie oft Betriebe Geld und Zeit in Sichtbarkeit stecken, ohne je zu prüfen, ob sie überhaupt gesehen werden.

Dieser Teil handelt von drei Dingen, die wir selbst gemessen haben: dass gebaut nicht gesehen heißt, dass Wirkung Zeit braucht, und dass man klein testen sollte, bevor man groß ausbaut.

Gebaut ist nicht gesehen

Wir betreiben einen Blog als Messreihe, mit gut hundert Artikeln. Als wir nachgesehen haben, waren davon nur 41 überhaupt bei Google im Index. Der Rest existierte, wurde aber nie angezeigt.

Nach einer Korrektur der Seiten und einem ausdrücklichen Antrag auf Aufnahme waren 23 von 26 dieser Seiten innerhalb kurzer Zeit im Index. Die Zahl der Seiten, die in der Suche überhaupt erscheinen, stieg von 28 auf 83, die Einblendungen in vier Wochen von rund 2.600 auf 11.300.

Die Lehre ist unspektakulär: Eine neue Seite ist erst fertig, wenn sie gefunden werden kann. Der Antrag auf Aufnahme in den Index gehört zum Livegang, nicht in die Wochen danach.

Nicht jeder Treffer lässt sich planen

Die zweite Lehre aus derselben Messreihe ist unbequemer. Welche Artikel am Ende Leser bringen, ließ sich vorher nicht zuverlässig sagen. Weder das Suchvolumen noch die Art der Frage noch das eigene Material erklärten, welcher Text trifft.

Daraus folgt ein Vorgehen in kleinen Schritten: lieber regelmäßig neue, sorgfältige Inhalte veröffentlichen und messen, was ankommt, als auf den einen großen Wurf zu setzen.

Nicht nur Google

Ein Befund, der überrascht hat: Bei Geschäftskunden aus dem technischen Umfeld kamen rund 32 Prozent der Anfragen aus unbezahlter Suche über Bing und verwandte Suchmaschinen, nicht über Google. Der Grund liegt vermutlich im Arbeitsplatz: Wer im Büro an einem Windows-Rechner sucht, nutzt oft die voreingestellte Suche. Wer nur auf Google schaut, sieht bei solchen Zielgruppen ein Drittel nicht.

Wirkung braucht Zeit, und zwar unterschiedlich viel

Zwischen der ersten Anfrage und der ersten Rechnung lagen beim Dienstleistungsbetrieb drei bis sechs Wochen: Angebot, Zusage, Lieferung, Bearbeitung. Beim technischen Händler mit höheren Beträgen und Freigaben beim Kunden waren es rund drei Monate.

Wer eine Maßnahme nach zwei Wochen beurteilt, beurteilt also oft etwas, das noch gar nicht wirken konnte. Lege deshalb vor jedem Test fest, wann du ihn bewertest, und halte dich daran.

Klein testen, dann ausbauen

Für jede neue Form von Sichtbarkeit, ob Website, Anzeigen, Verzeichnis oder Firmenprofil, hat sich derselbe Ablauf bewährt:

  1. Ein Kanal, ein klares Ziel. Zum Beispiel: fünf Anfragen pro Woche.
  2. Ein kleines, festes Budget und ein vorher festgelegter Bewertungstermin, passend zur Vorlaufzeit deines Geschäfts.
  3. Messen, was ankommt: Einblendungen, Besuche, Anfragen, Aufträge. Nicht nur Klicks.
  4. Erst dann ausbauen, wenn der Kanal nachweislich Anfragen bringt. Pro Schritt nur eine Sache ändern.

Was als Nächstes kommt

Sichtbarkeit bringt Anfragen. Aber eine Anfrage ist noch kein Kunde. Wie viele davon zum Auftrag werden und was den Unterschied macht, steht in Teil 6.

Olaf Mergili
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